Einsiedler, 1979, Kugelschreiberzeichnung auf Zeichenblock
Einsiedler, 1979, Kugelschreiberzeichnung auf Zeichenblock

Über die psychosozialen Einflüsse der künstlichen Intelligenz

Frühzeitig angewandte technische Kommunikationsmittel verderben das Urteilsvermögen und die schöpferische Intelligenz.

Die künstliche Intelligenz ist ein komplexes Werkzeug mit Tücken und keine echte Intelligenz im Sinne ihrer etymologischen Bedeutung von Einsicht.

Künstliche Intelligenz wurde vorbereitet über PCs, Tablets und Smartphones, die entsprechend ihren Funktionen stufenweise die sich ihrer bedienenden Menschenmassen in immer größere Abhängigkeit treiben. Für Kinder und Jugendliche sind diese Instrumente in entsprechend abgestufter Steigerung besonders gefährlich und können die psychische, kreative Entwicklung enorm blockieren. Allein schon ein PC mit Zugriff auf das Internet ist für Kinder und Jugendliche in der Frühpubertät das reinste Gift, das sich bei Smartphones bis zur vollständigen Abhängigkeit steigert. Das ist eine mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesene Tatsache, über die sich nicht streiten lässt. Kinder und Jugendliche in der Frühpubertät haben nicht die Vorbildung und Erfahrung interessierter Erwachsener, um mit der Vielfalt von Informationen, die im Internet angeboten werden, sinnvoll umzugehen und eine geeignete Auswahl zu treffen. Daher verlegen sie sich auf Computerspiele, die die Sucht nach immer neuen Sinnesreizen anfeuern und allenfalls höchst einseitige strategische Fähigkeiten ausbilden, die auf die lebendige Wirklichkeit nicht anwendbar sind und die Seele mental und spirituell unbefriedigt zurücklassen. Bei frühzeitigem Einsatz dieser Instrumente und fehlender Gegensteuerung durch die Familie besteht die große Gefahr einer spirituellen und moralischen Verdummung, die den Geist der Jugendlichen für jede Art von Propaganda und Manipulation durch die Regierungshäupter empfänglich macht. In der Folge entstehen psychische Unausgeglichenheit, Erschöpfungssymptome und Depressionen. In der Depression äußert sich eine tiefe Sehnsucht nach den verhinderten Schöpferkräften in uns, die in der Abhängigkeit von scheinbar unüberwindlichen technischen Mächten, die hinter vermarkteten Kunstprodukten lauern, allmählich gänzlich versiegen. Mit den unentwickelten schöpferischen Kräften versiegt jedoch auch das gesunde Selbstvertrauen, mit dem Selbstvertrauen das Selbstwertgefühl und mit diesem das Bewusstsein eigner Identität. Das Resultat sind Süchte verschiedenster Art, denen der Jugendliche widerstandslos verfällt und in denen er fortgesetzt den unerträglichen Zustand in seiner Seele zu lindern versucht, was nie auf Dauer gelingen kann. Es entsteht eine nie endende Flucht vor der physischen, spirituellen und politischen Realität, ein Teufelskreis, der das Leiden verschlimmert. Das tiefste seelische Unglück und schwerste Lebenskrisen gehen daraus hervor.

Und immer neue Süchte werden durch neue Technik geboren, denen auch der reifere Erwachsene nicht widerstehen kann. Der Ursprung der quälenden Sucht liegt in der Faszination, die ihr Gegenstand auf uns ausübt. Es ist die ruhelose Faszination, die ein Götze in uns erregt, eine Faszination, die zu angespannter Lustempfindung, aber nie zu echter Freude führen kann. Diese Lust ist eine Form des Götzendienstes. Warum? Weil der Götze immer über die Identität, über das eigene schöpferische Vermögen gestellt wird und vor allem, weil man ihm vertraut. Und hier spielt die künstliche Intelligenz, die „KI“, auf welche all die vorangegangen Götzendienste unserer Zeit abzielen, eine ganz besondere Rolle. Die überwiegende Zahl der Zeitgenossen, so wird zumindest suggeriert, betrachtet die KI als einen übermächtigen Gott. Man glaubt, sie sei dem Menschen überlegen. So kann z.B. ein Schachweltmeister von einer KI besiegt werden, und man traut dieser daher eine dem Schachweltmeister überlegene Intelligenz zu, woraus Philosophen und darwinistische Evolutionstheoretiker dann den Schluss ziehen, dass es auch eine Intelligenz ohne Bewusstsein gäbe. Sie vergessen dabei nur, dass in eine Schach-KI das Wissen und die Strategie von vielen Schachweltmeistern eingespeist sind. Der menschliche Schachweltmeister verliert also nicht gegen eine Maschine, sondern möglicherweise gegen zehn andere Seinesgleichen. Es ist ein eingespeistes Knowing How und keine schöpferische Intelligenz, das gegen ihn gewinnt, geschweige denn ein eigenständiges Bewusstsein. So hat auch jede KI ihre sicheren Grenzen, die dadurch bedingt sind, dass ihr die Urteilskraft fehlt, die unabdingbar für echte Intelligenz ist.

Das Vertrauen auf eine KI und ihre faszinierende Leistungsfähigkeit führt zum Abbau eigener Urteilskraft und einer Verödung menschlicher Intelligenz, die sich zunehmend den Vorgaben der KI angleicht. Sie führt auch zu einer Form des spirituellen Autismus und des geistigen Einsiedlertums, denn sie hebt den Dialog auf.