Mädchen mit Muscheln, 1982, Buntfarbstiftzeichnung
Mädchen mit Muscheln, 1982, Buntfarbstiftzeichnung

Über weitere psychologische und spirituelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Wenn eine Frau in ihren Emotionen bleibt, verfehlt sie die Weisheit; wenn ein Mann ist seinem Verstand bleibt, verfehlt er die Liebe.

Niemand kann verleugnen, dass die Formen des männlichen Erscheinungsbildes kantiger und härter, die des weiblichen dagegen runder und anschmiegsamer sind.

So ist auch ihre psychische Außenlebenssphäre beschaffen. Die verborgene Innenlebemssphäre entspricht dem sie ergänzenden Gegenteil. Frauen haben die feineren Sinne und eine subtilere natürliche Intuition und Empathie. Ihre Lebenssphäre ist gefühlsdurchdrungen, naturverwurzelt und somit auf das Empfangen eingestellt. Ihr Geruchssinn, der mit dem emotionsorientierten limbyschen System verbunden ist, ist weitaus ausgeprägter und differenzierter als der der Männer. Weiterhin sind Frauen auch deutlich leiborientierter und stärker im eigenen Leib verwurzelt. Dagegen ist die Außenlebemssphäre des Mannes weniger gefühls- als vielmehr willensbetont. Der Mann ist weniger leibverwurzelt als die Frau und fühlt sich mehr als Geist denn als Leib. Er distanziert sich mehr von der Welt, beschaut sie mehr von außen als praktisches Zeil seines Lebens als mitten darin zu leben und sich mit ihr verbunden zu fühlen. Seine Handlungen sind zielgerichtet und daher mehr am praktischen Verstand orientiert als intuitiv und spontan.

Die natürliche Weltanschauung der Frauen ist der Pantheismus, die vornehmliche Weltanschauung der Männer der Skeptizismus.
Der Pantheismus, nicht zu verwechseln mit dem Panentheismus Spinozas, ergibt sich aus der Naturverbundenheit der Frau, aus ihrer viel engeren Verwurzelung mit ihrem physischen Leib. Ihre Blickrichtung ist horizontal und umspannt die ganze Erdsphäre, die sie daher viel lebendiger erlebt als der Mann. Der Pantheismus entstammt dem Gefühl der horizontalen Durchflutung mit beseligender Lebensintensität.

Infolge dieser Verbundenheit mit der Natursphäre ist das Bauchgefühl, das im Unterleib als ein emotionaler Signalgeber empfunden wird, bei Frauen besonders ausgeprägt und kann bei empathischer Offenheit ein deutlicher Wegweiser sein, der fast untrüglich ist.

Bei Männern fehlt ein solches Bauchgefühl oder es ist zumindest nur in Form eines schwachen Analogons ausgeprägt, das eher nachempfunden als authentisch ist. Der Mann hat ein viel distanzierteres Verhältnis zu den Dingen der Welt als die Frau. Er ist es gewohnt, die Dinge von oben, aus der Vogelperspektive, zu betrachten und misstraut Empfindungen, die er nicht geprüft und in ihrem Ursprung erkannt hat. Insofern geht die Richtung seiner spirituellen Entfaltung von oben nach unten. Sie beginnt im Stirn-Chaka und endet im Sexual-Chakra, von der Vertikalebene in die Horizontale, während die spirituelle Entfaltung der Frau den umgekehrten Weg zurücklegt, vom Plexus Solaris aus zum Stirn-Chakra, von der Horizontalebene in die Vertikale.

Darin begründet sich unter anderem die allgemeine Tatsache, dass Männer in der Regel die besseren Landkartenleser sind, da ihnen die Vogelperspektive vertrauter ist, Frauen dagegen die besseren Pfadfinder im Hinblick auf dreidimensionale landschaftliche Naturgegebenheiten.

Männer sind aufgrund ihrer Vogelperspektive im Hinblick auf den Entwurf ganzer Weltsysteme autonomer und daher oft auch selbstherrlicher als Frauen. Sie müssen in der Regel erst über ihren Verstand zum Herzen finden. Männliche Herzensmenschen, selbstbewusst und Empathie-bereit, nehmen einen direkteren Weg zu einem sich einlassenden Mitgefühl und zu einer liebevollen Achtung der gesamten Schöpfung, die Frauen naturgegeben sind, während egozentrische Lebemänner, die in ihrem absteigenden Gang vom Verstand zum Unterleib das Herzzentrum überspringen: Letztere verlieren die Achtung vor der Schöpfung und stehen in weit größerer Gefahr, Frauen als Sexualobjekte zu missbrauchen als spirituell hochgesinnte Männer. Sexualität dient ihnen nur als ein veräußerlichter Kitzel zur Sättigung ihrer größenwahnsinnigen Überheblichkeit und Überschätzung ihres Verstandes.

Es ist nicht nur eine äußerliche, Jahrtausende alte Tradition, dass Frauen gerne Röcke tragen, sondern es hat, wie einige Schamanen wissen, auch einen tieferen, energetischen, spirituellen und symbolischen Sinn: Der Rock entspricht einem nach unten gerichteten Trichter, unter dem die Frau die Naturkräfte der horizontalen Ebene sammelt, um sie nach oben in höhere Sphären aufsteigen zu lassen.

Nun gibt es besonders stark emotional betonte, zur Hysterie neigende Frauen, die ganz in der Natursphäre gefangen bleiben wollen, geborene Pantheistinnen, die sich verstandesmäßig niemals festlegen, die aber für jede Art betrügerischen Sozialismus offen sind, den atheistische Männer für sie ersonnen haben. Einige unter ihnen verteidigen mit männlich-gepresster Stimme und in wohlgediegenen Worten ihren Feminismus. Männer lassen sie nicht so leicht an sich heran oder verwerfen sie schnell als intolerant und dogmatisch, wenn sie mit ihren eigenen harschen, sich tolerant gebenden Urteilen nicht übereinstimmen. Unter ihnen findet man häufig politische Mitläufer und Aktionistinnen.
Und es gibt unter den hysterisch Veranlagten einen zweiten Typ Frauen, die glauben, ihre Herzenskräfte in der sexuellen Hingabe an bestimmte Männer verwirklichen zu können, die sich dann als Machos und brutale Schläger herausstellen, die sie aber nie aufgeben wollen. An hochherzigen Männern dagegen haben sie bald genug. Sie gelten ihnen entweder als weltfremde Träumer, verstandesmäßig zu schwierig oder als „viel zu vernünftig“. Unter solchen Frauen findet man häufig Schauspielerinnen oder Models.
Wirklich weise Frauen trifft man heute meist erst in fortgeschrittenem Lebensalter an. Es sind gereifte Frauen mit Vernunft und Tiefblick, die die Vielfalt intuitiver Erfahrung mit einem klaren Verstand verbinden. Vor allem auf den Gebieten Psychologie, Soziologie, Dichtkunst und phänomenologischer Philosophie leisten sie oft erstaunliches, sind vielen Männern überlegen und mit ihren vielseitigeren, subtileren Einsichten oft auch die besseren Politiker als Männer. Unter ihnen finden sich tiefsinnige Dichterinnen, Psychologinnen, Heilpraktikerinnen, Ärztinnen, Biologinnen und aussagekräftige Philosophinnen.

Es ist ausgesprochen wichtig, dass eine echte Emanzipation des weiblichen Geschlechts gerade mit solchen Frauen fortschreiten sollte. Heute haben diese interessanterweise überwiegend noch ein etwas männlicheres und kantigeres äußeres Erscheinungsbild. Das muss nicht unbedingt so bleiben. In der Zukunft wird es wichtig sein, dass Männer und Frauen in ihrer wechselseitigen Polarität einander verstehen lernen. Die tiefgreifenden, aber auch wundersamen und einander ergänzenden Unterschiede müssen offenkundig und von beiden Geschlechtern eingesehen werden. Nur so wird echte Toleranz ermöglicht.