"Fremde Welten", um 1990, Buntfarbstiftzeichnung
"Fremde Welten", um 1990, Buntfarbstiftzeichnung

Über Synchronizitäten

Das ganze Universum ist von einer absichtsvollen, geistigen Resonanz beherrscht.

Zweifellos fehlt den zeitgenössischen physikalischen Theorien – was ihre philosophische Begründung angeht – eine gemeinsame Basis, was offenbar mit dem Dogma der Unerkennbarkeit des „Dings an sich“, sprich der wahren Wirklichkeit, zusammenhängt, das auf Immanuel Kant zurückgeht.

Im Hintergrund steht dabei der „Deus absconditus“ Luthers, dessen Annahme in der modernen Philosophie und Wissenschaftstheorie zu einer ethisch verbrieften Rechtfertigung des „als ob“- und des Nützlichkeitsprinzips an Stelle der Wahrheit verführt hat, ein Prinzip, das letztlich auf dem vorgeblichen Recht des „Stärkeren“, will sagen des gesellschaftlich durchsetzungsfähigeren Innovativen gründet. Trotz oder gerade wegen des unbeirrbaren Glaubens an innovative Genies war damit die Wahrheit als solche verboten, wenn nicht gar abgeschafft. Dem buchstäblich willkürlichen Subjektivismus auf der einen und einem wesenlosen mathematischen und sprachlichen Formalismus auf der anderen Seite waren damit Tür und Tor geöffnet.

Dagegen könnte eine geeignete Verbindung von Quanten-Physik, Psychologie und Parapsychologie, wenn man ihre Ergebnisse unbefangen betrachtet, tatsächlich aufzeigen, dass es bis in die Elementarteilchen hinein überkausale und ortsunabhängige „Synchronizitäten“ bzw. Koinzidenzen gibt, welches uns Hinweise liefert, dass alles im Universum überräumlich und überzeitlich nach einem komplexen geistig-empathischen Prinzip zusammenhängt und miteinander in Verbindung steht, indem es Willensimpulsen unterliegt, die interagieren und sekundär Kausalität formen.

Ich möchte ein Beispiel geben: Sensitiven Menschen mag aufgefallen sein, dass, wenn sie eine Fernseh- oder Radiosendung hören und sie dabei ein Buch lesen, während sie auf die Sendung selbst nur mit halbem Ohr hinhören, sie Worte lesen oder Gedanken haben, die etwa eine oder zwei Sekunden später auch in der Sendung zu hören sind. Es handelt sich dabei offenbar um völlig unabhängige Begebenheiten, die kausal nicht miteinander verbunden sind, aber dennoch – offenbar überzufällig – koinzidieren. Nach mathematischer Kombinatorik berechnet liegen solche gleichsinnigen Ereignisse außerhalb jeder erfahrbaren Wahrscheinlichkeit. Das Phänomen tritt immer dann auf, wenn unsere Aufmerksamkeit von einem gehörten Bericht, der in keinem äußeren Zusammenhang mit dem Text steht, den wir lesen, oder dem Gedanken, den wir denken, abgelenkt und auf einen willkürlich gewählten Text oder einen eigenen Gedankengang gerichtet ist. Keine dieser Ereignisketten beeinflusst die andere, weder räumlich noch zeitlich kausal. Wie lässt sich aber ein derartig sinnvoller Zusammenklang erklären? Offenbar stellen wir uns, wenn wir uns meditierend lesend oder in Gedanken versunken in uns zurückziehen, auch unwillkürlich in einen bestimmten gleichsam prästabilierten Zusammenhang mit der äußeren Welt, derart, dass eine überkausale Resonanz in ihr auf unseren Gedanken erzeugt wird. Die Frage ist nun, ob dies auch für Phänomene wie Telepathie gilt. Handelt es sich dabei auch um einen bloßen Gleichklang oder gibt es eine Beeinflussung in eine bestimmte Richtung, von einem bestimmten Initiator aus? Offenbar lässt sich das Ganze nicht als ein einfaches „Entweder-oder“ beschreiben. Bei der Telepathie wird das Phänomen nicht passiv-willkürlich erlebt, sondern wir selbst erleben uns als diejenigen, die unsere Gefühlsfäden nach den Menschen ausstrecken, mit denen wir in Kontakt treten und über deren Befinden wir etwas erfahren wollen. Und wir erleben auf die eine oder andere Art immer eine Resonanz, die bei sensitiven Menschen mehr oder weniger immer ins Schwarze trifft. Wenn zwei Menschen freundschaftlich verbunden sind, ist nicht immer festzustellen, wer an wen zuerst gedacht hat. Das Verhältnis ist im Gleichklang wechselseitig. All dies weist auf ein überräumliches und überkausales Resonanzprinzip, das durchaus ein aktives, initiiertes ist und von Individuen oder individuellen Einheiten ausgeht, die untereinander in einer komplexen Weise verbunden sind. Quantenphysikalische Versuche haben gezeigt, dass dieses Resonanzprinzip sogar für Elementarteilchen gilt. Bringt man zwei Teilchen in einem Experiment zusammen und schickt sie dann mit Lichtgeschwindigkeit in die entgegengesetzte Richtung, so geht eine Veränderung, die man an einem von beiden vornimmt, mit einer kongruenten Veränderung an dem anderen einher. Voraussetzung ist die zuvor erfolgte örtliche Synchronisierung.