Richard Oliver Schulz schreibt am Notebook

Die Stufen der Zentralisierung

Je zentrierter auf sein Kopfende ein Lebewesen organisiert ist, desto größer ist die Gewalt seines Selbst über die Funktionen seines Leibes.

Was geschieht, wenn ein Regenwurm in der Mitte durchtrennt wird? Beide Teile bewegen sich, aber der Kopfteil, sofern er eine ausreichende Länge hat, überlebt, während der kopflose Schwanzteil allmählich abstirbt.

Was geschieht mit einem Insekt oder Gliedertier, dem ein oder mehrere Beine abgetrennt werden? Die abgetrennten Beine bewegen sich noch eine Zeit lang bis sie erstarren, aber der übrige Körper lebt weiter. Wenn ihm aber den Kopf abgetrennt wird, stirbt es in kurzer Zeit.
Was geschieht mit einem Huhn, dem der Kopf abgeschlagen wird (was in der Regel durch einen Menschen geschieht)? Der Rumpf kann noch einige Minuten weiterleben und sich frei bewegen. Falls Teile des Stammhirns erhalten geblieben sind, sogar noch deutlich länger.
Was geschieht mit einem Menschen, der enthauptet wird? Der Kopf zeigt dann noch einige Sekunden in stummer Weise Willensregungen und Emotionen, während der übrige Körper keiner Bewegung mehr fähig ist. Ähnliches beobachtet man bei höheren Säugetieren. Dies ist nicht nur mit bloßen Reflexen zu erklären.
Dies beweist, dass in der organischen Stufenreihe der Tiere bis zum Menschen eine zunehmende Verbindung der für den Menschen zentralen Geistseele stattfindet und dass diese Verbindung bei den Säugetieren, zumal den höheren, weit fortgeschritten ist.
Das Prinzip ist aber bei allen organisch differenzierten Lebewesen dasselbe: Das Kopfende ist entscheidend.
Je höher entwickelt und menschenähnlicher die Organisation eines Lebewesens ist, desto zentrierter ist sie im Hinblick auf das Gehirn bzw. den Kopf. Dies wiederum hat Auswirkungen auf den Exkarnationsvorgang beim Sterben. Es zeigt den unterschiedlichen Grad der Verbindung zwischen Geistseele und Leibesform. Bei den niederen Lebewesen überwiegen deutlich die Vitalkräfte, die den Leib des Tieres beherrschen und gemäß seiner wenig zentrierten (zentrischen, aber nicht menschlich-exzentrischen) Seelenneigungen lenken.