Das Idol, Bundfarbstiftzeichnung 1996

Über Ehre und Verehrung

Wer einem anderen die Ehre gibt, den fürchtet er auch.

Jede Form der Verehrung ist mehr als bloße Hochschätzung einer Person. Sie hat mit Ehrfurcht zu tun, und diese gebührt allein Gott.

Das „Ehre-Geben“ ist somit ein religiöser Akt. Ehrfurcht ist nur ein anderes Wort für Gottesfurcht. Gottesfurcht aber hat nichts mit einer Angst vor Gott zu tun, steht doch der, der sich noch fürchtet, nach einem Ausspruch Johannes des Evangelisten, nicht ganz in der Liebe. Gottesfurcht bedeutet vielmehr, sich selbst im Angesicht Gottes zu betrachten und in Frage zu stellen. Die Furcht, die wir Gott entgegenbringen, besteht dann in der Sorge, den Anforderungen gewachsen zu sein, die die Liebe Gottes an uns stellt. Denn da Gott Person ist – im höchsten und radikalsten Sinne Person – ist seine Liebe kein unpersönliches, beschwichtigendes Weichspülprinzip, das auf jeden Menschen ungeachtet seiner Einstellung und Taten übertragbar ist, sich in jedem verkörpern kann, eine Auffassung, wie sie sich in den zeitgenössischen Kirchen durchgesetzt hat. Gottes Liebe ist ernst. Sie fordert unsere Stellungnahme in seinem Angesicht, unseren Dialog mit ihm. Diese Stellungnahme darf aber auch nicht nach dem zeitgenössischen Leistungsprinzip erfolgen, etwa in dem Sinne, dass wir der Liebe Gottes in ständigen Bemühungen und aus eigenen Kräften nacheifern sollten. Vielmehr fordert sie im Angesicht Gottes die größtmögliche Wahrhaftigkeit uns selbst und anderen gegenüber und das primäre Eingeständnis unserer Schwäche, das mit der Unterwerfung unter seine Führung verbunden sein muss. Sie ist mit der Reinigung unseres Gewissens verbunden. 

Jeder, der das eingesehen hat und danach lebt, wird es ablehnen, irgendeine Verehrung durch andere Menschen in Anspruch zu nehmen. Nun muss man unterscheiden: Wir dürfen, ja sollen, sogar andere Menschen ihres Charakters und ihrer Taten wegen durchaus lieben und hochschätzen. Wir dürfen sogar sagen: „Diese und jene Hochschätzung und Liebe, die uns durch andere zuteilwird, ist uns eine Ehre!“ Andererseits werden wir aber bei aufrichtigem Gewissen überall dort mit unguten Gefühlen aufmerken müssen, wo bekundet wird, dass jemand uns oder andere Menschen verehrt! Katholiken begründen ihre Marienverehrung damit, dass sie sagen: „Wir beten Maria ja nicht an, wir verehren sie nur!“ Nein, auch die Verehrung ist schon zuviel! Und in der Praxis ist sie tatsächlich auch Anbetung, denn es wird nicht nur mit, sondern buchstäblich zu  Maria gebetet und der Rosenkranz ist ein Gebet.  Es ist auch Götzendienst, Maria als eine Mittlerin zu Gott anzusehen, denn laut Paulus gibt es nur einen einzigen Mittler zu Gott, der Messias, der Gott ist. Ein bloßer Mensch kann seine Stelle nicht vertreten. Die Katholiken berufen sich auch auf die zahlreichen okkulten Marienerscheinungen, die über die Jahrhunderte überliefert sind. Diese beweisen aber in jedem einzelnen Fall, dass sie mit Mirijam, der demütigen Mutter Jesu, nichts zu tun haben. Denn all diese Erscheinungen fordern ihre Verehrung und stellen sich über den Herrn Jesus und seine Gebote. So bezeichnen sie sich etwa als das Herz der „unbefleckten Empfängnis“! Viele Katholiken verstehen diesen Titel nicht, indem sie glauben, er beziehe sich darauf, dass Jesus ohne Zeugung empfangen worden sei. In Wahrheit bedeutet der Titel, dass Maria ohne „Erbsünde“ und somit auch ohne Sünde gewesen sei, also eine weitere infame Gotteslästerung! Und was soll man dazu sagen, wenn eine dieser Erscheinungen sich selbst das Zeugnis ausstellt: „Sono regina del amore!“ (Ich bin die Königin der Liebe). Was sagt sie denn damit? Nichts Geringeres, als dass sie die Königin, sprich die Herrin über Gott sei, denn die Liebe ist Gott selbst. Wenn also all diese Erscheinungen und ihre damit verbundenen Wunder irgendetwas beweisen, so ist es die furchtbare Realität gefallener Engel, gefährlicher Feinde der Menschheit, die den Glauben an und die Ausrichtung auf Jesus als den einzigen Herrn auf raffinierte Weise zurückdrängen und durch die Verehrung einer Himmelskönigin, hinter der sich Luzifer verbirgt, ersetzen wollen. Man lasse sich dadurch nicht täuschen, dass diese Erscheinungen auch künftige Ereignisse zutreffend vorhersagen können, so etwa die „Madonna“ von Fatima das Gericht über die Kirche und den Dritten Weltkrieg oder die „Madonna“ von La Salette über den Antimessias. Die Dämonenengel verfügen (begrenzt) über diese Fähigkeiten, da sie nicht in physische Körper eingebunden sind. Dabei verkünden sie auch Dinge, die unter Umständen für sie selbst sehr unbequem sind (wie etwa den Sturz des Antichristus), um sich bei Christen Vertrauen zu verschaffen, stellen diese dann aber absichtlich in einen falschen Kontext. 

Es ist wohl kaum auszudenken, wie viele Tränen die echte Myriam seit Jahrhunderten im Paradies darüber vergießt, dass ihr von geistig blinden Menschen göttliche Verehrung entgegengebracht wird. Jesus wird sie sicher trösten. Aber sollten nicht auch die Katholiken ein wenig Mitgefühl haben?